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Verkehrsstrafrecht

Fahrlässige Körperverletzung nach § 88 StGB: Unfall, Sorgfaltspflicht und Diversion

§ 88 StGB betrifft Verletzungen durch Fahrlässigkeit. Worauf es bei Unfall, Beweis und Schadensgutmachung ankommt.

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Mag. Christopher Angerer, Rechtsanwalt

Rechtsanwalt und Verteidiger in Strafsachen

Strafverteidigung ist Vertrauenssache. Von der ersten Einvernahme bis zur Rechtskraft — alles aus einer Hand.

5. Juli 2026 · Mag. Christopher Angerer, Rechtsanwalt

§ 88 StGB betrifft Verletzungen durch Fahrlässigkeit. Worauf es bei Unfall, Beweis und Schadensgutmachung ankommt.

Dieser Beitrag erläutert aus anwaltlicher Perspektive die wichtigsten Voraussetzungen, Fristen und Verteidigungsschritte. Es handelt sich um allgemeine Information, nicht um Beratung im Einzelfall.

Welche Sorgfaltspflicht ist betroffen?

Vier typische Wege durch § 88 StGB.

Bei fahrlässiger Körperverletzung entscheiden Sorgfaltspflicht, Kausalität, Verletzungsdauer und Wiedergutmachung über die Verfahrenslinie.

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01 Frage 1

Welche Unfalllage steht im Raum?

§ 88 StGB betrifft Verletzungen durch Fahrlässigkeit. Wählen Sie die Lage, die für Ihre Situation am besten passt.

Alle Pfade im Überblick

Übersicht aller Antworten.

01

Verkehrsunfall: Sorgfaltsverstoß und Kausalität prüfen.

Bei Verkehrsunfällen ist nicht jede Verletzung automatisch § 88 StGB. Aus anwaltlicher Perspektive sind Fahrfehler, Sicht, Geschwindigkeit, Vorranglage und Mitverursachung genau zu rekonstruieren.

02

Sport und Freizeit: erlaubtes Risiko abgrenzen.

Bei Sport- und Freizeitunfällen ist zu prüfen, welches Risiko noch sozialtypisch war und wo eine sorgfaltswidrige Handlung beginnt. Regeln der Sportart und konkrete Situation sind entscheidend.

03

Schwere Verletzung: Strafrahmen und Gutachten prüfen.

Bei schwerer Verletzung oder besonders gefährlichen Verhältnissen steigt das Risiko. Die medizinische Einordnung und die Frage der Kausalität dürfen nicht ungeprüft übernommen werden.

04

Diversion: Verantwortung ohne vorschnelles Geständnis prüfen.

Bei § 88 StGB kann Diversion eine realistische Lösung sein, wenn Verantwortung, Schadensgutmachung und Prävention passen. Trotzdem sollte die Verteidigung die Beweislage zuerst kennen.

Tatbestand und Grundstrafrahmen

§ 88 StGB bestraft, wer fahrlässig einen anderen am Körper verletzt oder an der Gesundheit schädigt. Der Grundstrafrahmen beträgt Freiheitsstrafe bis zu drei Monaten oder Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen.

Fahrlässigkeit bedeutet, dass eine Sorgfaltspflicht verletzt wurde und der Verletzungserfolg vorhersehbar und vermeidbar war. Genau diese Punkte sind in der Praxis oft umstritten.

Unfall ist nicht automatisch Strafbarkeit

Ein Unfall allein genügt nicht. Es braucht einen zurechenbaren Sorgfaltsverstoß. Bei Verkehrsunfällen sind Geschwindigkeit, Vorrang, Sichtverhältnisse, Reaktionszeit und Mitverhalten anderer Beteiligter wichtig.

Bei Sport- oder Freizeitunfällen kommt hinzu, dass gewisse Risiken von den Beteiligten typischerweise in Kauf genommen werden. Die Grenze zur Strafbarkeit hängt vom konkreten Regelverstoß ab.

Verletzungsdauer und schwere Folgen

§ 88 StGB enthält Abstufungen. Bei nicht grober Fahrlässigkeit und kurzer Verletzungsdauer kann Straflosigkeit in Betracht kommen. Bei grober Fahrlässigkeit, schwerer Verletzung oder besonders gefährlichen Verhältnissen steigt der Strafrahmen.

Darum sind medizinische Befunde, Krankenstandsdauer und Kausalität nicht nur zivilrechtlich, sondern auch strafrechtlich entscheidend.

Diversion, Versicherung und Schadensgutmachung

In vielen § 88-Verfahren ist eine diversionelle Erledigung praktisch wichtig. Voraussetzung ist aber eine Gesamtbetrachtung: Unfallhergang, Vorleben, Schaden, Einsicht und künftige Prävention.

Schadensgutmachung sollte mit Versicherung, Zivilansprüchen und Verteidigungsstrategie abgestimmt werden. Ein unbedachtes Anerkenntnis kann später Probleme verursachen.

Erst rekonstruieren, dann entscheiden. Bei § 88 StGB hängt viel an Unfallrekonstruktion, medizinischer Kausalität und der Frage, ob eine Sorgfaltspflicht tatsächlich verletzt wurde.

Häufige Fragen

Was Sie dazu wissen müssen.

Wann ist ein Unfall strafbar? +

Wenn eine zurechenbare Sorgfaltspflichtverletzung vorliegt und dadurch eine Körperverletzung oder Gesundheitsschädigung verursacht wurde.

Welche Strafe droht nach § 88 StGB? +

Im Grundtatbestand bis zu drei Monate Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen. Bei schwereren Varianten steigt der Strafrahmen.

Ist Diversion möglich? +

Ja, häufig kommt Diversion in Betracht. Sie hängt von Schuld, Schaden, Wiedergutmachung und Prävention ab.

Warum ist ein Gutachten wichtig? +

Weil Kausalität, Verletzungsschwere und Unfallrekonstruktion oft über Strafbarkeit und Verfahrensausgang entscheiden.

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