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StGB-Entwurf 2026 und laufende Verfahren: Tatzeit, Inkrafttreten und Rückwirkungsverbot

StGB-Entwurf 2026 in laufenden Verfahren: Tatzeit, Inkrafttreten, § 1 StGB und Rückwirkungsverbot.

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Mag. Christopher Angerer, Rechtsanwalt

Rechtsanwalt und Verteidiger in Strafsachen

Strafverteidigung ist Vertrauenssache. Von der ersten Einvernahme bis zur Rechtskraft — alles aus einer Hand.

28. Juni 2026 · Mag. Christopher Angerer, Rechtsanwalt

Ein Ministerialentwurf ändert ein laufendes Strafverfahren nicht automatisch. Maßgeblich sind Tatzeit, geltendes Recht, ein späteres Inkrafttreten und das strafrechtliche Rückwirkungsverbot.

Der Beitrag vertieft nur diesen Ausschnitt des Strafrechtsänderungsgesetzes 2026. Der allgemeine Überblick bleibt der Ausgangspunkt und wird unten verlinkt.

Schnelle Einordnung

StGB-Entwurf 2026 und laufende Verfahren: Tatzeit, Inkrafttreten und Rückwirkungsverbot

Diese erste Einordnung ersetzt keine Beratung. Sie zeigt, welche Punkte vor einer Stellungnahme oder Akteneinsicht sauber getrennt werden sollten.

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01 Frage 1

Welche Zeitfrage ist für Ihr Verfahren entscheidend?

Die Auswahl trennt Tatzeit, Inkrafttreten, milderes Recht und laufenden Aktenstand.

Alle Pfade im Überblick

Übersicht aller Antworten.

01

Tatzeit ist der Ausgangspunkt der Rückwirkungsprüfung.

Ein späteres Gesetz darf grundsätzlich nicht rückwirkend zulasten einer beschuldigten Person angewendet werden. Deshalb muss die Tatzeit präzise mit dem damals geltenden Recht abgeglichen werden.

Tatzeit und Gesetzesstand zuordnen →
02

Entwurf und geltendes Recht sauber trennen.

Ein Ministerialentwurf ist kein geltendes Strafgesetz. In Stellungnahmen und Gesprächen mit Behörden sollte klar bleiben, ob über geltendes Recht, geplante Änderungen oder mögliche künftige Folgen gesprochen wird.

Entwurfsstand klar benennen →
03

Günstigkeitsvergleich gezielt prüfen.

Im Strafrecht kann eine spätere mildere Regelung relevant werden. Dafür braucht es einen konkreten Vergleich von altem und neuem Recht, Strafdrohung und Übergangsfragen.

Günstigkeitsvergleich vorbereiten →
04

Aktenstand entscheidet über den nächsten Schritt.

Bei laufenden Verfahren sollte die Rückwirkungsfrage nicht isoliert beantwortet werden. Entscheidend sind Tatzeit, Vorwurf, Beweise und der konkrete Stand des Verfahrens.

Aktenstand und Vorwurf prüfen →

Was der Entwurf konkret prüfungsrelevant macht

Der Entwurf ist noch nicht beschlossen. Trotzdem kann er für laufende Akten wichtig sein, weil er zeigt, welche Tatbestände und Zuständigkeitsfragen künftig präziser geregelt werden sollen.

Für eine Verteidigung zählt nicht die Überschrift des Entwurfs, sondern der konkrete Lebenssachverhalt: Wer hat was getan, wann geschah es, welche Rolle hatte die betroffene Person und welcher Österreich-Bezug liegt vor?

Prüfung

Prüfpunkte im Verfahren

Die erste Analyse sollte die rechtlichen Ebenen getrennt halten.

Drei Ebenen der anwaltlichen Prüfung
Ebene Kernfrage Nächster Schritt
Tatzeit Welches Recht galt zum relevanten Zeitpunkt? Chronologie und Aktenstand sichern
Tatbeitrag Welche konkrete Handlung wird vorgeworfen? Rolle und Kommunikation auswerten
Zuständigkeit Warum sollen österreichische Behörden zuständig sein? Tatort und Österreich-Bezug prüfen

Welche Unterlagen jetzt wichtig werden

Wichtig sind Aktenstücke, Nachrichten, Verträge, Reisedaten, medizinische oder organisatorische Unterlagen und eine genaue Zeitleiste. Ohne Chronologie verschwimmen Entwurf, geltendes Recht und tatsächlicher Vorwurf.

Aus anwaltlicher Perspektive sollten Betroffene vor einer Stellungnahme prüfen lassen, ob der Vorwurf überhaupt vom geltenden Recht erfasst wird und ob der Entwurf nur als Hintergrund genannt wird.

Vorgehen

Vom Vorwurf zur belastbaren Einordnung

Die richtige Reihenfolge verhindert vorschnelle rechtliche Schlüsse.

  1. undefined

    Vorwurf lesen

  2. undefined

    Zeitpunkt klären

  3. undefined

    Belege ordnen

  4. undefined

    Reaktion planen

Was jetzt praktisch zählt

Der bestehende Beitrag zum Strafrechtsänderungsgesetz 2026 erklärt die Reform insgesamt. Dieses Stück behandelt nur den hier genannten Spezialfall und vermeidet bewusst einen zweiten Gesamtüberblick.

Auch bei aktuellen Reformthemen gilt: Keine neue Strafbarkeit ohne gesetzliche Grundlage. Bis zur Kundmachung bleibt die geltende Rechtslage der Ausgangspunkt jeder Verteidigung.

Praxispunkt: Bei Reformthemen sollte jede Aussage klar zwischen geltendem Recht und geplantem Recht unterscheiden. Diese Trennung ist oft wichtiger als die politische Überschrift.

Häufige Fragen

Was Betroffene zum Entwurf wissen sollten

Gilt der StGB-Entwurf 2026 bereits? +

Nein. Es handelt sich um einen Entwurf. Maßgeblich bleibt bis zum Inkrafttreten das geltende Recht.

Warum kann ein Entwurf trotzdem wichtig sein? +

Er kann zeigen, welche Fragen Behörden, Unternehmen oder Beteiligte künftig stärker prüfen. In laufenden Verfahren ersetzt er aber nicht die aktuelle Rechtslage.

Was sollte vor einer Stellungnahme geprüft werden? +

Wichtig sind Tatzeit, konkreter Tatbeitrag, Zuständigkeit, Beweise und die Frage, ob der Vorwurf überhaupt vom geltenden Recht erfasst ist.

Themen
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