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§ 110c StGB-Entwurf: Handel mit oder Verwendung unerlaubt entnommener Organe

§ 110c StGB-Entwurf: Handel, Verwendung und Beweisfragen bei unerlaubt entnommenen Organen in Österreich.

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Mag. Christopher Angerer, Rechtsanwalt

Rechtsanwalt und Verteidiger in Strafsachen

Strafverteidigung ist Vertrauenssache. Von der ersten Einvernahme bis zur Rechtskraft — alles aus einer Hand.

27. Juni 2026 · Mag. Christopher Angerer, Rechtsanwalt

§ 110c soll nach dem BMJ-Entwurf den Umgang mit unerlaubt entnommenen Organen erfassen. Im Mittelpunkt stehen Handel, Übertragung, Verwendung und die Frage, wer von der unerlaubten Entnahme wusste.

Der Beitrag vertieft nur diesen Ausschnitt des Strafrechtsänderungsgesetzes 2026. Der allgemeine Überblick bleibt der Ausgangspunkt und wird unten verlinkt.

Schnelle Einordnung

§ 110c StGB-Entwurf: Handel mit oder Verwendung unerlaubt entnommener Organe

Diese erste Einordnung ersetzt keine Beratung. Sie zeigt, welche Punkte vor einer Stellungnahme oder Akteneinsicht sauber getrennt werden sollten.

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01 Frage 1

Welche § 110c-Prüfung passt zu Ihrer Situation?

Die Auswahl trennt Herkunft des Organs, Verwendung, eigene Rolle und Verfahrensstand.

Alle Pfade im Überblick

Übersicht aller Antworten.

01

Herkunft und Entnahmeweg stehen am Anfang.

Bei § 110c muss zuerst geklärt werden, ob das Organ tatsächlich unerlaubt entnommen wurde und welche Dokumentation dazu existiert. Ohne diese Basis bleibt jede weitere Einordnung unsicher.

Herkunft und Dokumente prüfen →
02

Verwendung und Besitzlage konkretisieren.

Die strafrechtliche Bewertung hängt davon ab, wer wann Zugriff hatte, wer eine Weitergabe veranlasst hat und welche Kenntnis über die Entnahmeumstände bestand.

Zugriff und Weitergabe ordnen →
03

Funktion und Entscheidungsbefugnis trennen.

Nicht jede Berührung mit Unterlagen oder Abläufen ist strafbare Beteiligung. Entscheidend sind konkrete Entscheidungsbefugnisse, Wissen und der Beitrag zur Verwendung.

Eigene Funktion abgrenzen →
04

Akteneinsicht und Beweissicherung priorisieren.

Bei laufenden Ermittlungen sollten Unterlagen gesichert, aber keine spontane Sachverhaltsdarstellung abgegeben werden. Zuerst ist zu prüfen, welche konkrete Verwendung vorgeworfen wird.

Vorwurf und Aktenstand klären →

Was der Entwurf konkret prüfungsrelevant macht

Der Entwurf ist noch nicht beschlossen. Trotzdem kann er für laufende Akten wichtig sein, weil er zeigt, welche Tatbestände und Zuständigkeitsfragen künftig präziser geregelt werden sollen.

Für eine Verteidigung zählt nicht die Überschrift des Entwurfs, sondern der konkrete Lebenssachverhalt: Wer hat was getan, wann geschah es, welche Rolle hatte die betroffene Person und welcher Österreich-Bezug liegt vor?

Prüfung

Prüfpunkte im Verfahren

Die erste Analyse sollte die rechtlichen Ebenen getrennt halten.

Drei Ebenen der anwaltlichen Prüfung
Ebene Kernfrage Nächster Schritt
Tatzeit Welches Recht galt zum relevanten Zeitpunkt? Chronologie und Aktenstand sichern
Tatbeitrag Welche konkrete Handlung wird vorgeworfen? Rolle und Kommunikation auswerten
Zuständigkeit Warum sollen österreichische Behörden zuständig sein? Tatort und Österreich-Bezug prüfen

Welche Unterlagen jetzt wichtig werden

Wichtig sind Aktenstücke, Nachrichten, Verträge, Reisedaten, medizinische oder organisatorische Unterlagen und eine genaue Zeitleiste. Ohne Chronologie verschwimmen Entwurf, geltendes Recht und tatsächlicher Vorwurf.

Aus anwaltlicher Perspektive sollten Betroffene vor einer Stellungnahme prüfen lassen, ob der Vorwurf überhaupt vom geltenden Recht erfasst wird und ob der Entwurf nur als Hintergrund genannt wird.

Vorgehen

Vom Vorwurf zur belastbaren Einordnung

Die richtige Reihenfolge verhindert vorschnelle rechtliche Schlüsse.

  1. undefined

    Vorwurf lesen

  2. undefined

    Zeitpunkt klären

  3. undefined

    Belege ordnen

  4. undefined

    Reaktion planen

Was jetzt praktisch zählt

Der bestehende Beitrag zum Strafrechtsänderungsgesetz 2026 erklärt die Reform insgesamt. Dieses Stück behandelt nur den hier genannten Spezialfall und vermeidet bewusst einen zweiten Gesamtüberblick.

Auch bei aktuellen Reformthemen gilt: Keine neue Strafbarkeit ohne gesetzliche Grundlage. Bis zur Kundmachung bleibt die geltende Rechtslage der Ausgangspunkt jeder Verteidigung.

Praxispunkt: Bei Reformthemen sollte jede Aussage klar zwischen geltendem Recht und geplantem Recht unterscheiden. Diese Trennung ist oft wichtiger als die politische Überschrift.

Häufige Fragen

Was Betroffene zum Entwurf wissen sollten

Gilt der StGB-Entwurf 2026 bereits? +

Nein. Es handelt sich um einen Entwurf. Maßgeblich bleibt bis zum Inkrafttreten das geltende Recht.

Warum kann ein Entwurf trotzdem wichtig sein? +

Er kann zeigen, welche Fragen Behörden, Unternehmen oder Beteiligte künftig stärker prüfen. In laufenden Verfahren ersetzt er aber nicht die aktuelle Rechtslage.

Was sollte vor einer Stellungnahme geprüft werden? +

Wichtig sind Tatzeit, konkreter Tatbeitrag, Zuständigkeit, Beweise und die Frage, ob der Vorwurf überhaupt vom geltenden Recht erfasst ist.

Themen
organhandelparagraf-110cstgb-entwurfbeweisfragenverwendungverteidigung

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